Die vollständige und unvollständige Zellregeneration

Kratzer auf der Haut können je nach Schwere der Verletzung, eine Narbe hinterlassen oder vollständig verheilen. Welche Voraussetzungen gegeben sein müssen um eine vollständige Regeneration zu erhalten erklärt Thomas Schnura in dem Lehrfilm Crash Kurs Medizin Zelle – Gewebe – Allgemeine Pathologie

Restitutio ad integrum

Die Grundbedingung für die vollständige Regeneration lautet „Restitiutio ad integrum“ was so viel bedeutet wie die Wiederherstellung der Unversehrtheit.

Damit eine vollständige Regeneration eintreten kann müssen zum einen die Zellen die regeneriert werden sollen mitosefähig sein. Zum anderen bedarf es einer intakten oder regenerierbaren Basalmembran. Diese Membran wird in Abbildung 1 mit einer roten Linie dargestellt. Auf ihr ruhen drei Zellen, welche über die sogenannte Tight junctions verbunden sind. Durch ihre flache Oberfläche sind diese Verbindungen allerdings nicht besonders fest. Als stabilisierende Instanz dient deshalb die Basalmembran, welche man sich wie Cellophanpapier vorstellen kann.

drei platte flache Zellen, welche auf einer Basalmembran (rot markiert) liegen.
Abbildung 1 – Drei platte flache Zellen, welche auf einer Basalmembran (rot markiert) liegen.

 

Sollte eine Wunde, z.B. durch die Krallen einer Katze entstehen, dann hat das zur Folge, dass die Haut (die Epidermis) verletzt wird. Befindet sich die zerstörte Zelle in der Umgebung einer noch teilungsfähigen Parenchymzelle, so kann die benachbarte Zelle einen Zellersatz liefern.

Die unvollständige Regeneration

Sollte eine Verletzung im Gewebe vorliegen, welches z.B. durch permanentes Gewebe gebildet wird, dann liegt eine unvollständige Regeneration vor. Ebenfalls wäre dies der Fall, wenn die Basalmembran verletzt oder die defekten Zellen nicht mehr teilungsfähig wären. Eine dritte Möglichkeit kann die Unterbrechung des Zellstoffwechsels sein. Dies tritt ein wenn Blutgefäße die den Zellstoffwechsel ermöglichen, nicht mehr die notwendigen Erythrozyten, Sauerstoff, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße herantransportieren können.

Ergo, wenn erstens die Teilungsfähigkeit, zweitens die erhaltene Basalmembran oder drittens die Stoffversorgung nicht gegeben ist, dann wird eine Regeneration unvollständig sein, d.h. dann liegt eine narbige Regeneration vor.

Restitutio ad integrum - Die vollständige Regeneration
Restitutio ad integrum – Die vollständige Regeneration

Mehr Informationen finden Sie im Lehrfilm Crash Kurs Medizin Zellen – Gewebe – Allgemeine Pathologie